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Die Residenzstadt Detmold ist am Freitag, 15. September, 19.30 Uhr, die erste Station des besonderen literarischen Wochenendes. Auf der Studiobühne des Grabbe-Hauses, dem ehemaligen Gefängnis, soll ein Thema gesetzt werden, das sich wie ein roter Faden durch das literarische Wochenende zieht: das Verhältnis von Gut und Böse. Neben den bekannten Krimiautoren Jürgen Reitemeier und Wolfgang Tewes rezitieren junge Schauspieler des Landestheaters Texte, die den Diskurs eröffnen. Die Moderation übernimmt Dr. Peter Schütze.

Die zweite Station ist am Samstagvormittag, 16. September, ab 9.30 Uhr, das kleine Dorf Erwitzen bei Nieheim (Kreis Höxter), in dem Peter Hille geboren wurde. Mit Vorträgen und Diskussion geht es um das, was Peter Hille mit seinem Postulat „Über die moralische Kraft des poetischen Wortes“ meint. Die Moderation übernimmt Dr. Michael Kienecker.

Nachmittags (17.00 Uhr) erwarten die Akteure im Detmolder Landestheater bedeutende Dramaturgen, die über ihre Inszenierungen des Dramas „Herzog Theodor von Gothland“ von Christian Dietrich Grabbe berichten. Die Aktualität des philosophischen und literarischen Diskurses über Gut und Böse, über freien Willen und Verantwortung, über das Gelingen und Scheitern von Gesellschafts- und Lebensentwürfen, wie er bereits bei den Dichtern und Dramatikern des 19. Jahrhunderts intensiv geführt wurde, ist die zentrale Frage dieser Diskussion unter der Leitung von Prof. Dr. Lothar Ehrlich.

Der Sonntag, 17. September, ab 11.30 Uhr, ist der Märchenstadt Höxter an der Weser gewidmet. Im Jahre 1917 wurde hier ein bildender Künstler geboren, dessen Biographie von der Überwindung des Konflikts zwischen „Gut und Böse“ zeugt: Jacob Pins. Pins floh vor der nationalsozialistischen Judenverfolgung nach Palästina, nahm aber nach 1945 den Kontakt zu seiner Geburtsstadt Höxter wieder auf und stiftete ihr 2003 einen umfangreichen künstlerischen Nachlass. Im Forum Jacob Pins wird in einem abschließenden Vortrag auf die besondere Bedeutung der Friedensstifter hingewiesen.