„Schön sind frische Buchenblätter.
Herrlich sind die echten Götter…“
Grabbe in Louises Stammbuch

Ein gesegnetes und hoffentlich recht frühlinghaftes Osterfest wünsche ich Ihnen,liebe, geehrte Freunde Grabbes und der anderen Detmolder Dichter!

Wenn auch der verspätete Winter und einige Myriaden hartnäckiger Grippeviren manchem von uns zu schaffen machten: Es ist höchste Zeit, Sie über unsere Pläne für die Grabbe-Gesellschaft zu informieren. Der neue Veranstaltungskalender liegt vor (und bei).  Ihm können Sie alle Einzelheiten entnehmen; auf zwei, drei Dinge möchte ich Sie aber besonders hinweisen.

Der langjährige Direktor der Lippischen Landesbibliothek, unser verehrter Freund Detlev Hellfaier, tritt in den Ruhestand – in einen Stand, der ihm hoffentlich viel Zeit läßt für seine vorzüglichen historischen Studien – und auch für sein Engagement in unserer Gesellschaft. Zu seiner Verabschiedung am 24. April, die natürlich nicht sang- und nicht klanglos an uns vorübergehen wird, lade ich Sie sehr herzlich nach Detmold in die Landesbibliothek ein.

Unsere Aktivitäten werden sich, wie schon im letzten Jahr, vor allem auf den Herbst konzentrieren. Die Tage um Grabbes Sterbetag im September sind für Veranstaltungen sehr günstig gelegen; der Herbstbeginn scheint an die kulturellen Interessen im besonderen Maße zu rühren. So erinnern wir uns mit Freude an den breiten Fächer von Lesungen, Vorträgen, Konzerten und Fahrten, die im vorigen September und Oktober im Verbund mit der Peter Hille-Gesellschaft und ihm Rahmen des Großprojektes „Literaturland Westfalen“ durchgeführt wurden. Da sind wir in die Spuren des „Malerischen und romantischen Westphalen“ getreten; und neben Grabbe kamen auch viele andere westfälische Dichter zu Wort. „Gut und böse“ wird das Dachthema in diesem Jahr sein, jenes ominöse Gegensatzpaar, das noch heute durch die Weltpolitik geistert, Völker gegeneinander aufwiegelt und die friedliche Verständigung der Glaubenswelten behindert. Gott und Teufel: die Literatur über und mit den beiden ist uferlos, und natürlich wird die Dichtung im Mittelpunkt unserer Beschäftigung mit dem Thema stehen. Grabbes Werke unter diesem Aspekt zu durchleuchten, kann, glaube ich, auch wissenschaftlich sehr fruchtbar sein.

Sinnvoll erschien uns, die Mitgliederversammlung der Grabbe-Gesellschaft in die gleiche Zeit zu legen: auf den 12. September 2013. Um 16 Uhr wollen wir uns, möglichst zahlreich natürlich, im Grabbehaus treffen, im Anschluß werden wir, wie jedes Jahr, Grabbes Grab besuchen, und für den Abend ist ein Vortrag über das „gefährliche Biedermeier“ geplant.

Mit Neugier schauen wir auch nach Paris, wo eine Neuinszenierung von Grabbes „Napoleon oder Die Hundert Tage“ im Herbst Premiere haben wird. Wir werden versuchen, eine Reise dorthin zu organisieren.

Erlauben Sie mir einen Hinweis noch: Wegen eines plötzlichen Wettereinbruchs wurden im vergangenen Dezember viele von Ihnen davon abgehalten, den Grabbe-Punsch zu genießen. Darum möchte ich Sie nachdrücklich auf die Autorin Renate Hupfeld  aufmerksam machen, die uns mit ihrer Lesung aus dem Buch „Theodor Althaus. Revolutionär in Deutschland“ sehr beeindruckt hat – eine intensive Beschäftigung mit dem Detmolder Theologen und Schriftsteller war längst fällig!

Ich wünsche mir ein gesundes Wiedersehen mit möglichst Vielen von Ihnen und grüße Sie herzlich!