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One Comment

  1. Sehr geehrter Herr … von der Grabbe-Gesellschaft,

    für Ihre Grabbe-Führung am Sonntag hatte ich mich schon bedankt. Wir waren früher gegangen um die Lippische Landesbibliothek um 14°° zu besuchen. Obwohl in der Bibliothek alles sehr gediegen und zügig ablief, bin ich inzwischen etwas nachdenklich geworden und möchte Ihnen das mitteilen, weil es vielleicht in der Grabbegesellschaft den einen oder andern interessieren mag.

    1. fragte ich im Treppenhaus den Bibliotheksdirektor, warum denn das Bild von Weerth vor Grabbe hinge? Er wußte es nicht, und der ebenfalls anwesenden Baudirektor versuchte einen Spaß draus zu machen, so schaue Grabbe auf Weerth herab. Nichts gegen Weerth an erster Stelle, aber irgendwie scheint man sich dort über einiges nicht klar zu sein.

    2. wurde uns ein informatives Faltblatt über das Grabbeinternetportal in die Hand gedrückt, auf dessen Rückseite mehrere Adressen stehen, aber die Grabbe-Gesellschaft nicht erwähnt ist. Vielleicht spielt das Kompetenzzentrum, DFG usw in einer höheren Liga, aber die fehlende Erwähnung auf einem Detmolder Grabbeflugblatt ist ziemlich albern, als wollte die Elite nichts mit den Literaturliebhabern zu tun haben.

    3. im selben Treppenhaus steht ein Kaffeeautomat und daneben ein alter Holzschrank mit der Aufschrift Wanderbibliothek. Na fein, dachte ich, dann gabs also in Detmold mal eine Zeit, wo die Leute sich für Bücher noch die Füße wund gelaufen sind … aber der Direktor behauptete, damit seien bestellte (!!!) Bücher auf die Dörfer verbracht worden. Dann hätte man auf den Dörfern aber Bibliothekskataloge haben müssen, was mir ziemlich unwahrscheinlich vorkommt. Vielleicht kriegen Sie ja mal raus, wie das mit der Lippischen Wanderbibliothek funktioniert hat (ähnliche Projekte habe ich nämlich auch schon versucht). Über eine Antwort würde ich mich freuen!

    4. Aus Anlaß einer Bibliotheksführung sollte man erwarten, daß der Chef uns wenigstens einen Blick ins Allerheiligste werfen läßt – Sie haben uns umstandslos in Ihrem Grabbebüro versammelt und auch auf die schöne Terrasse geführt – aber raten Sie mal, welche Schätze aus der Lippischen Landesbibliothek man uns vorgeführt hat! – - -
    Im Leseraum lagen zum Schluß je ein Zettel von Weerth, Freiligrath und Herwegh mit ihrer Handschrift und daneben eine Kopie der gedruckten Fassung. Bei Freiligrath handelte es sich um das Abschiedsgedicht der Neuen Rheinischen Zeitung, die Kopie der Druckfassung in so miserabler Qualität, da habe ich in meiner Bibliothek ein besseres Faksimile.

    Woraus der Schluß zu ziehen erlaubt ist, daß eine von persönlichem Interesse der Mitglieder geleitet Initiative einen Grabbe – samt der zeitgenössischen Detmolder Literaten – besser vertreten kann als die Landesbibliothek.

    Das wars, schöne Grüße aus Osnabrück! Herrmann Cropp

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